Datenschutz-Tipps: Sind Dropbox, Google & Co. in Deutschland illegal? (Podcast)

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Die Welt wird immer digitaler. Immer mehr Datenpunkte sammeln sich dadurch auch auf den globalen Servern. Dementsprechend können aber auch immer mehr Datenpunkte von Kriminellen und Nachrichtendiensten gestohlen oder eingesehen werden, um mitunter tief greifende Rückschlüsse auf Personen und ihre Motive zu erlauben.

Offensichtlich wird dieses Problem bei Veröffentlichungen wie den Panama Papers oder den Snowden-Papieren, die brisante Details enthüllten, gleichzeitig aber in geschützten Datenräumen vor Behörden und Journalisten geschützt werden mussten, ehe es zu einer geradezu zerstörerischen Veröffentlichung kam. Wie sicher sind also die üblichen Daten-Dienste wie Dropbox, Google und Co. wirklich und worauf sollte man bei der Auswahl der genutzten Dienste achten?

Die meisten Uploads sind legal – aber nicht alle

Die meist genutzte Daten-Plattform ist heutzutage Dropbox. Die Cloud-Software, die auf dezentralen Servern Informationen von Nutzern sammelt, um sie diesen an jedem Ort und auf jedem ihrer Geräte zur Verfügung zu stellen, erfreut sich aufgrund ihrer Praktikabilität größter Beliebtheit. Gruppenarbeiten werden beispielsweise heute häufig mithilfe von Dropbox organisiert, da verschiedene Teilnehmer auf den jeweils gültigen Stand des Dokuments zugreifen können und sich die Dokumente automatisch nach der Bearbeitung bei allen Teilnehmern einer Gruppe aktualisieren. Wer private Dokumente oder sogar Musik via Dropbox teilt, bewegt sich dabei zumeist im legalen Raum.

Selbst das Tauschen von Musik ist legal, sofern der Tausch im privaten Raum stattfindet und es daher eine legale Kopie der erworbenen Musik-Datenträger ist. Vorsicht gilt allerdings, wenn Dateien geteilt und damit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Dürfen diese Daten aus datenschutz- oder urheberrechtlichen Gründen nicht veröffentlicht werden, kann es zu Klagen kommen, da ein solches Vorgehen unter Umständen illegal ist. Beispielsweise können Algorithmen von Nachrichtendiensten oder anderen Behörden rechtsverletzende die riesigen Datenmassen analysieren und entsprechend kritische Inhalte herausfiltern und verfolgen. Ebenso kann sich dieses Spiel aber auch umdrehen und Journalisten plötzlich mithilfe von Algorithmen und guter Recherche spektakuläre Inhalte ans Licht bringen.

Bei Persönlichkeitsverletzungen Löschungen beantragen

Große Daten-Konzerne wie Alphabet, deren Datendienst Google quasi täglich von praktisch jedem Internetnutzer verwendet und mit neuen Inhalten befüllt wird, haben sich daher in Deutschland abgesichert. Inhalte, die das Persönlichkeitsrecht verletzen, also beispielsweise Falschinformationen über einzelne Personen, die über Google einsehbar sind, können nicht nur finanziell gefährlich werden für den Alphabet-Mutterkonzern.



Um sich gegen eventuelle Klagen zu schützen, hat Alphabet deswegen Maßnahmen eingeführt, die es jedermann erlauben, relevante Inhalte, die die eigenen Persönlichkeitsrechte verletzen, zu melden. Gegebenenfalls müssen Alphabet und ähnliche Konzerne diese Inhalte dann innerhalb kürzester Zeit löschen, um legal zu operieren. Insofern können die Inhalte bei Alphabet und ähnlichen Anbietern unter bestimmten Umständen illegal sein. Allerdings wird großen Wert darauf gelegt, dass es zu keinerlei Verletzungen von Persönlichkeits- und Urheberrechtsverletzungen kommt, um Strafen und Reputations-Schäden zu vermeiden.

Edward Snowden schafft weit beachteten Präzedenzfall

Ein weit beachtetes Beispiel für die Legalität von Veröffentlichungen hat Edward Snowden geschaffen. Der frühere NSA-Mitarbeiter sammelte während seines Einsatzes für den amerikanischen Nachrichtendienst zahlreiche Dokumente mit teils politisch brisanten Inhalten. Problematisch wurde dies nach der Veröffentlichungen, da teils Interna preisgegeben wurden, die amerikanische Behörden als eindeutige Gefahr für die innere Sicherheit der Vereinigten Staaten von Amerika beachteten. Als diese Dokumente plötzlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden, war der Aufschrei ähnlich groß wie zu Zeiten des Wikileaks-Skandals. Das breite Publikum, welches das Internet heutzutage ermöglicht, schafft damit neue Gefahrenräume für Staaten, die somit das Veröffentlichen brisanter Dokumente von Individuen als illegal erklären. Während die Haltung der Gerichte zu diesen Fragen sehr eindeutig in Richtung Illegalität geht, ist die Legalität innerhalb der Bevölkerung reichlich umstritten.

Ohne Frage ist die Nutzung von Google, Dropbox und ähnlichen Online-Diensten grundsätzlich legal. Bei gewissen Inhalten und insbesondere im Falle von Uploads kann allerdings die Grenze zum Illegalen leicht überschritten werden. Durch die schier unendliche Datenweite des Internets können auch weit in der Vergangenheit liegende Vorfälle von Datenschutzverletzungen noch verfolgt werden. Aufgrund dessen sollte man stets mit Vorsicht die Vorzüge des Internets genießen. Vermeintlich sichere Dienste können sich bei unangemessener Nutzung schnell zur Falle entwickeln.

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Autor: Philipp Luis

Internationaler Projektmanager mit langjähriger Erfahrung im Online-Marketing und IT-Bereich. Gründer von projectVal und Networker, welcher gerne seine Erfahrungen, sowie Tipps und Tricks beim erfolgreichen umsetzen von Projekten teilen und austauschen möchte.

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