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Gefühle bei Instagram: Ansteckende Emotionalität im Social Web (Podcast)

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Lange Zeit spielten Emotionen im Internet eine untergeordnete Rolle. Es ging um Klicks, Aufruf- oder Downloadzahlen. Doch im letzten Jahrzehnt und vor allem durch das Aufkommen soziale Medien hat sich das gewandelt.

Engagement ist die neue Währung im Netz. Doch beinhaltet das auch Gefühle? Gefühle definieren uns als Mensch, doch wie weit reicht das?

Was ist Emotionalität im Internet?

Lange Zeit galt das Internet als alternativer Raum. Gefühle und Emotionen gehörten zwar dazu, aber wie alles andere auch, waren nicht echt sondern nur digital. Hierzu Hans & Rentschler aus der ARD/ZDF-Onlinestudie 2012:

„Wie die ARD/ZDF-Langzeitstudie aus den Jahren 2000 und 2005 beweist, spielten noch nicht vor allzu langer Zeit emotionale Aspekte bei der Internetnutzung eine untergeordnete Rolle […]. Ein Vergleich mit den Daten der ARD/ZDF-Onlinestudie aus dem Jahre 2010 verdeutlicht, dass sich das Blatt gewendet hat.“

Das Netz beeinflusst uns bewusst oder unbewusst. Gefühle gehören dazu. Doch warum sind wir emotional beeinflussbar im Internet? Das erklärt sich leicht: Das Internet ist ein Spiegel des normalen Alltags. So beeinflussbar wie wir im echten Leben sind, sind wir es auch online.

Wie beeinflussbar sind unsere Gefühle im Internet?

Zum Phänomen der Gefühlsansteckung (engl. emotional contagion) gab es verschiedene Forschungen. In den 1990er Jahren hat Elaine Hatfield mit ihren Arbeiten zur Gefühlsansteckung einige grundlegende Inhalte erstellt: Vor allem Spiegelneuronen und eine Art Mimikry-Effekt bestimmen uns. Lächeln uns andere an, lächeln wir zurück. Haben andere gute Laune, steckt uns das an.

Eine Studie von Adam Kramer (2014) in Zusammenarbeit mit Facebook hat ergeben, dass Gefühlsansteckung nicht nur face-to-face sondern auch face-to-facebook funktioniert. Pam Ramsden von der Uni Oxford veröffentlichte 2015 eine Studie, nach der soziale Medien auch Traumata fördern können. Etwa ein Fünftel der untersuchten Teilnehmer wiesen infolge des Social-Media-Konsums Anzeichen einer post-traumatischen Belastungsstörung (PTSD) auf. Das liegt v.a. an der ungefilterten Aufnahme von Inhalten.

Wissenschaftliche Untersuchungen zur emotionalen Beeinflussbarkeit auf Instagram

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte … als Bilderdienst bietet sich Instagram hierfür an. Viele Wissenschaftler haben bereits unterschiedlichste Studien für den Dienst angefertigt:

Chia-chen Yang (2016:703ff) fand dabei heraus, dass Publizieren auf Instagram zu verstärktem Einsamkeitsempfinden führe, aber einfaches Browsen und Interagieren bewirke jedoch das Gegenteil. Nach Kay O’Halloran (2014:565ff) bestehen 20 bis 30 Prozent der Inhalte auf Instagram aus Selfies. Nach Jessica McCain (2016) verstärken vermehrte Selfie-Aufnahmen auch narzisstisches Verhalten. Interessanterweise fand Jang Ho Moon (2016) heraus, dass Menschen mit Autorität oder Führungsqualitäten assoziierten Eigenschaften weniger Selfies von sich publizierten.

Interessant in dem Zusammenhang ist das von Keith Hampton (2014) beobachtete Phänomen des digitalen Rückzugs (sog. „Tele-cocooning“). Dieses gehe mit verringerter Aufmerksamkeit von Instagram-Nutzerinnen und erhöhter Aufmerksamkeit bei Twitter-Nutzerinnen einhergeht.



Doch jede dieser Studien (Details und Quellen hier) ist zu spezifischen Themen erstellt worden und hat bestimmte Fragen beantwortet. Insofern lassen sie sich nur bedingt für Business-Themen verwerten, aber geben zumindest Tendenzen wider.

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Autor: Christian Allner

Als Schrift-Architekt berät und betreut Christian Allner seit 2011 KMUs aus Mitteldeutschland. Er arbeitet, studiert und lehrt zu Social Media, Online-Marketing und Unternehmenskommunikation. Sein Fokus liegt auf Blogs, Plattformen wie Facebook, Tumblr und Pinterest, soziale Netzwerke und andere Trends. Parallel organisiert er Seminare und Workshops. Ein begeisterter Hobbykoch – kaufmännisch ausgebildet und multimedial studiert. Kreativer Texter, Dozent und Übersetzer.

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