Wie viel Erinnerungsvermögen geben wir bereits an Technologie ab?

Print vs. Mobile: Woher beziehen wir unsere Nachrichten?

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Seit Jahren wird der Untergang der traditionellen Printpresse beklagt und im gleichen Atemzug von dem Aufstieg mobiler Endgeräte berichtet. Eine Revolution des Medienkonsums – wirklich?

Wie viel Erinnerungsvermögen geben wir bereits an Technologie ab?

Wie viel Erinnerungsvermögen geben wir bereits an Technologie ab?

Nach einer Mitte letzten Jahres veröffentlichten Studie von Kaspersky Lab werden Menschen durch die regelmäßige Benutzung von Smartphones immer vergesslicher. Das sind eigentlich keine guten Voraussetzungen für das Nachrichtenwesen, wenn sich durchschnittlich nur noch sechs von zehn Befragten die Handynummer ihres Partners auswendig kennen. Statistisch verhält es sich beim Medienkonsum dann aber doch etwas anders.

Verändertes Medienverhalten von Jugendlichen

Beim Konsumverhalten von Medien wird häufig ein besonderes Auge auf Jugendliche geworfen, welche den Konsum nachhaltig beeinflussen und häufig als Trendsetzer gelten. Bei Jugendlichen hat sich die Nutzungsentwicklung bei Printmedien seit 2004 sehr stark verändert. 2015 schlugen zwar noch 25 % der Befragten täglich oder mehrmals wöchentlich eine Tageszeitung auf, aber zehn Jahre zuvor waren es noch 44 %. Ein deutlicher Abwärtstrend ist bei Druckerzeugnissen nicht zu leugnen.

Gleichzeitig kollidieren diese Angaben etwas mit einer anderen Statistik, die sich mit dem Geräte- und Medienkonsum von Jugendlichen in der Freizeit auseinandersetzt:

Hiernach sind es sogar nur noch 14 Prozent der Jugendlichen, die regelmäßig eine gedruckte Zeitung nutzen. Mit überwältigender Mehrheit von 94 % gaben die Befragten an, das Handy oder Smartphone regelmäßig einzusetzen – größtenteils in Verbindung mit dem Internet (92 %).

Auffällig ist noch die Nutzung anderer Formate: Nur noch knapp über die Hälfte der Jugendlichen (52 %) sehen täglich TV, aber mit 56 % hören sie täglich häufiger Radio. Marketer und Werbetreibende mit einer jungen Zielgruppe sollten vielleicht darüber nachdenken, umzuschwenken. “Radio. Geht ins Ohr. Bleibt im Kopf.” Scheint wohl zu stimmen.

In gleichem Maße wie das Konsumverhalten jedoch steigt, nimmt die Zahlungsbereitschaft ab.

Deutsche sind geizig beim mobilen Nachrichtenkonsum

Gern werden Jugendliche als Zielgruppe ausgesucht, doch es wird vernachlässigt, dass sie nicht sehr zahlungskräftig sind. Hier lohnt es sich, auf ältere Semester zu schauen In einer Umfrage unter deutschen Führungskäften zur Zahlungsbereitschaft für mobile Angebote von Tageszeitungen stellte sich beispielsweise heraus, dass mit 49 % zwar knapp die Hälfte der Befragten auch Online- oder mobile Versionen der Zeitung kaufen würden, aber nur wenn diese deutlich günstiger wären. In einer anderen Umfrage kam heraus, dass Kunden bereit wären nur knapp 1 % des ursprünglichen Druckpreises auch für mobile Angebote zu zahlen.

Interessant ist allerdings, dass 15 % der Führungskräfte angaben, lieber gedruckte Ausgaben zu kaufen. Hier unterscheiden sich Führungskräfte kaum von Jugendlichen, womit man von einem gesamtdeutschen Phänomen ausgehen könnte.

Fazit: Mobile ist beliebt, aber für Print zahlt man mehr
Spannend ist, dass zwar immer mehr Menschen auf mobile Angebote zurückgreifen, aber nicht gewillt sind, dafür das gleiche Geld wie für gedruckte Zeitungen auszugeben.

Quellen: CC0 via pdpics.com

Autor: Christian Allner

Als Schrift-Architekt berät und betreut Christian Allner seit 2011 KMUs aus Mitteldeutschland. Er arbeitet, studiert und lehrt (u.a. an der Uni Halle) zu Social Media, Marketing, Onlinerecht und spannenden digitalen Themen. Sein Fokus liegt auf Blogs, Plattformen wie Facebook, Tumblr und Pinterest, soziale Netzwerke und andere Trends. Parallel organisiert er Seminare und Workshops. Ein begeisterter Hobbykoch – kaufmännisch ausgebildet und multimedial studiert. Kreativer Texter, Dozent und Übersetzer.

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